Vorher-Nachher-Bildbearbeitung + Fotografie-Tipps

Ich bringe mir das Fotografieren und die Bildbearbeitung seit 2011 selber bei. Alle meine Fotografie-Tipps habe ich aus meinem Fotobuch -Der große Fotokurs- herausgesucht.

Durch dieses Buch konnte ich mir sehr viel Wissen aneignen und ausprobieren. Für mich ist es ein wertvoller Ratgeber geworden.


So gelingen ausdrucksstarke Porträts

 

1. Die Brennweite

Verwende kein Weitwinkelobjektiv, sondern die optimale Porträtbrennweite (70-100mm).

 

2. Helligkeit einschätzen

Ist genug Umgebungshelligkeit vorhanden, um ohne Blitz zu fotografieren? Damit fängst Du die natürliche Lichtstimmung am besten ein. Achte auf die Belichtungszeit, um nicht zu verwackeln. Erhöhe gegebenfalls den ISO-Wert für Aufnahmen aus der Hand. Wenn es nicht ohne Blitz geht, blitze indirekt, oder verwende einen Diffusorvorsatz (Papierstreifen). Vielleicht kannst Du die Aufnahme an einen Ort verlegen, wo die Lichtverhältnisse günstiger sind. Belichte das Bild so, dass die hellsten Stellen nicht ausfressen.

 

3. Schärfe auf die Augen

Augen und Lippen sind für das Porträt am wichtigsten. Auf diese Punkte solltest Du scharf stellen. Benutze für das jeweilige Aufnahmeformat (hoch/quer) den Autofokuspunkt, der das Auge trifft - raus aus der Mitte.

 

4. Lichtqualität beeinflussen

Fotografiere ein Porträt in einer Lichtsituation, die dem Model schmeichelt. Dazu benötigst Du am ehesten diffuses Licht, das Du im Schatten oder an einem bedeckten Tag vorfindest. Benutze den Kamerablitz zum Aufhellen; an einem trüben Tag und im Schatten ersetzt er das Sonnenlicht und macht schöne Farben. Bei strahlendem Sonnenschein hellt er die Schatten auf. Wenn es eine Möglichkeit gibt, mit einem Reflektor zu arbeiten, setze ihn ein. Spiele auch mit den Möglichkeiten, die Dir besondere Lichtsituationen bieten. Licht von hinten lässt die Haare aufleuchten. Eine Unterbelichtung vermeidest Du gegebenfalls durch einen dosierten Aufhellblitz oder über die Plus-Minus-Korrektur. Von wo kommt das Licht? Wo und wie verlaufen die Schatten? Vermeide extreme Kontraste, um unschöne Flecken oder tiefe Schattenzonen im Gesicht zu verhindern.

 

5. Farbstimmung beachten

Stelle an der Kamera den zur Aufnahmesituation passenden Weißabgleich ein, und/oder benutze die Farbstile der Kamera (Porträt) für schönere Hauttöne. Ist die Szene extrem bunt, behalte den Schwarzweißmodus oder die Sepiatonung als Option im Hinterkopf.

 

6. Hintergrund gestalten

Achte nicht nur auf das Gesicht, sondern auf alles, was im Bildrahmen zu sehen ist. Verändere den Bildausschnitt so, dass nichts Störendes neben oder hinter dem Hauptmotiv erscheint. Verändere den Abstand zum Model und gestalte auch mit der Brennweite. Wie verändert sich der Hintergrund? Wie viel Raum nimmt das Model ein, wie viel von der Umgebung möchtest Du noch im Bild sehen? Durch eine offene Blende (A/AV + niedriger Zahlenwert) veränderst Du die Weichheit des Hintergrundes.

 

7. Perspektive und Format variieren

Fotografiere die Person nicht immer nur aus Augenhöhe, sondern auch einmal aus einer leichten Untersicht oder leicht von oben. So verändert sich nicht nur der Hintergrund, sondern die ganze Anmutung des Bildes.

Arbeite mit dem Hochformat oder dem Querformat, oder beschneide das Foto später zum Quadrat. Lass in Blickrichtung des Models etwas mehr Raum als hinter dem Kopf. Der Blick des Betrachters folgt dem Blick der abgebildeten Person. Das Model stellt einen Bezug zur Umgebung her, das Bild bekommt eine andere Wirkung, je nachdem, was sonst noch zu sehen ist.

 

8. Anschnitt und Ausschnitt

Es muss nicht immer die ganze Person oder das ganze Gesicht zu sehen sein. Wage An- und Ausschnitte, gegebenfalls später in der Nachbearbeitung.

 

9. Posing

Lasse die Person den Kopf und den Körper drehen. Jeder hat eine Schokoladenseite. Was sieht freundlicher aus? Fotografiere frontal von vorn, mal von links, mal von rechts. Brust raus, Bauch rein - eine normale Körperhaltung wirkt auf dem Foto oft zu schlaff. Eine aufrechte Haltung ist ungewohnt und erscheint dem Porträtierten oft steif, lässt ihn oder sie aber vorteilhafter aussehen. Bei einem Halbprofil sollte das Model lieber nicht in die Kamera schauen. Die Augen des Models sollten immer der Nase folgen, nicht extrem seitlich zum Fotografen gedreht werden. Für eine seitliche Pose lasse das Model den Körper aus der Hüfte oder Schulter drehen, nicht nur aus dem Hals heraus. Bei Ganzkörperaufnahmen sehen normal gebaute Personen vorteilhafter und entspannter aus, wenn sie eine Schulter Richtung Kamera drehen und ihr Gewicht auf das Bein verlagern, das weiter vom Fotografen entfernt ist. Die Hände dürfen in die Hosen- oder Jackentaschen, wenn es der Entspannung dient. Kunstgriff: Ein kleiner Gegenstand gibt den Händen etwas zum Festhalten.

 

10. Auf das Model eingehen

Fühlt sich das Model unwohl, wenn es vor der Kamera posieren soll? Dann fotografiere lieber unbemerkt. Sorge für eine Atmosphäre, in der sich der oder die Porträtierte wohlfühlt. Nutze die kleinen besonderen Momente und drücke auf den Auslöser, wenn die Person echte, spontane Handbewegungen macht. Das Nachstellen solcher Bewegungen (Haare aus dem Gesicht streichen, Brille aufsetzen) sieht meistens unecht aus. Nimm Dir Zeit und mache viele, viele Fotos.

Allgemeine Regeln für die Landschaftsfotografie

 

1. Lichtstimmung nutzen

Verzichte auf das Abendessen, eine Besichtigung oder Ähnliches, oder verschiebe es, wenn sich eine fantastische Lichtsituation abzeichnet. Halte die Kamera immer griffbereit, vor allem bei einsetzdendem Gewitterregen. Der Regenbogen entsteht immer da, wohin die Sonne gerade noch hinscheint, also auf der gegenüberliegenden Seite. Sobald die ersten Regentropfen prasseln, gehe vor die Tür. Riskiere es, nass zu werden.

 

2. Blende schließen

Damit die Landschaft von vorn bis hinten scharf wird, arbeite mit der Blendenvorwahl und stelle eine Zahl von f8 bis f16 ein. Behalte immer auch die Verschlusszeit im Auge, denn Blende schließen heißt leider auch, dass die Verwacklungsgefahr steigt.

 

3. Qualität vor Schnelligkeit

Benutze einen niedrigen ISO-Wert für maximale Bildqualität und arbeite mit dem Stativ für optimale Schärfe.

 

4. Das Weitwinkelobjektiv macht Landschaften klein

Möglichst viel drauf bekommen wollen führt dazu, dass viele Fotografen das Weitwinkelobjektiv benutzen. Es bildet die einzelnen Details im Foto - vor allem weit entfernte - aber viel zu klein ab, darum sieht die riesige Landschaft oft langweilig aus. Mit einem Normal- oder einem leichten Teleobjektiv bekommst Du zwar nicht alles auf ein Bild, aber Du könntest interessante Landschaftsaspekte betonen - einen einzelnen Baum, ein Haus, einen Felsen; der Betrachter bekommt auf diese Weise einen Größenbezug und kann sich im Foto auch besser orientieren.

 

5. Vordergrund gestalten

Ein Blickfang im Vordergrund dient als Einstieg in das Motiv. Je mehr Du mit dem Weitwinkel arbeitest, desto wichtiger ist ein gut gestalteter Vordergrund. Nimm Blumen, Steine oder anderes mit ins Bild. Fotografiere aus einer tiefen Aufnahmeperspektive, oder kipp die Kamera, um einen anderen Bildausschnitt zu erhalten. Der Blick aus Augenhöhe ist meistens am langweiligsten.

 

6. Horizontlage beachten

Achte auf einen geraden Horizont und variiere den Bildaufbau. Du kannst den Horizont ins untere oder obere Drittel des Bildes legen, je nachdem, was interessanter aussieht. Je weiter die Horizontlinie an den Bildrand rückt, desto dramatischer die Bildwirkung. Vermeide eine mittige Aufteilung, es sei denn, Du hast gute Gründe dafür.

 

7. Räumliche Tiefe

Einem Foto fehlt per se die dritte Dimension. Den Eindruck von räumlicher Tiefe kannst Du erzeugen, indem Du die Linienführung im Bild geschickt manipulierst. Das Auge folgt gerne Linienpaaren, die zum Horizont hin zusammenlaufen; auch Diagonalen oder geschwungene Linien eignen sich gut zur Aufteilung des Bildraumes. Durch die Größenverhältnisse von Objekten wird Nähe und Distanz suggeriert. Kühle und dunkle Farben (Blau, Grün) unterstützen die Tiefenwirkung, warme und helle Farben treten in den Vordergrund. Sich überlappende Objekte helfen ebenfalls bei der Orientierung und Einschätzung der Größenverhältnisse.

 

8. Landschaft ist überall

Entdecke Landschaftsmotive in Deiner gewohnten Umgebung. Du musst nicht nach Australien oder Südafrika fahren, manchmal genügt ein Wochenendausflug. Die Autobahnausfahrt am Stadtrand fördert manchmal Erstaunliches zutage.

 

 

Kleine Motive ganz groß - Makrofotografie

 

1. Nah ran, aber nicht zu nah

Beachte die Naheinstellungsgrenze Deiner Kamera. Schaltest Du bei einer Kompakten in den Makromodus, kannst Du näher an das Motiv, aber irgendwann ist auch hier Schluss. Wer zu nah am Motiv ist, bekommt unscharfe Bilder.

 

2. Schärfe auf den richtigen Punkt

Im Nahbereich verändert sich die Schärfentiefe. Es ist oft nicht mehr möglich, alle Teile des Motivs von vorn bis hinten scharf abzubilden. Anstatt sich mit der Unzulänglichkeit der Technik herumzuärgern, arbeite mit diesem Effekt, der Dir ja auch erlaubt, störende Elemente in Unschärfe verschwimmen zu lassen. Welcher Teil des anvisierten Objekts soll knackiger scharf werden? Richte Dir den Autofokus so ein, dass dieser Punkt exakt getroffen wird. Besser noch: Fokussieren von Hand. Um die Schärfentiefe auszudehnen, überprüfe, ob Du die Blende weiter schließen kannst. Ab f22 verschlechtern sich die Abbildungseigenschaften jedes Objektivs und nicht immer bringt starkes Abblenden den gewünschten Zugewinn an Schärfentiefe. In so einem Fall musst Du den Abstand zum Motiv vergrößern und/oder die Perspetive verändern. Flache Objekte sind leicht zu fotografieren: alles, was sich in die dritte Dimension (Tiefe) ausdehnt, kann zur Herausforderung werden. Es gibt Motive, die ohne Spezialkamera oder andere Tricks kaum zu bewältigen sind.

 

3. Verwacklung vermeiden

Im Nahbereich führt jede noch so kleine Bewegung viel schneller zu Unschärfe. Achte auf die Verschlusszeit. Wenn die Verwacklungswarnung blinkt oder wenn die Zeit länger als 1/60 sek, erhöhe den ISO-Wert, oder besser noch, benutze ein Stativ.

 

4. Verschlusszeit bestimmen

Mit dem Stativ kannst Du zwar Verwacklung vermeiden, nicht aber die Wischeffekte von bewegten Motiven. Schon ein kurzer, kräftiger Windstoß kann ein Blumenfoto beeinträchtigen, Insekten sind sowieso schnell unterwegs. Um scharfe Bilder zu erhalten musst Du kurze Verschlusszeiten einstellen, 1/125 sek oder kürzer. Das wiederum bedeutet, Du brauchst genug Helligkeit (Sonnenlicht) oder eine Zusatzbeleuchtung (Ringleuchte, Makroblitz). Das Erhöhen des ISO-Werts ist auch möglich, es reduziert aber die Farbigkeit, Detailgenauigkeit und damit letztlich auch den Schärfeneindruck.

 

5. Bildaufbau

Vermeide die mittige Anordnung Deines Hauptmotivs. Die zentrale Anordnung bietet sich natürlich an, weil es leichter ist, in der Mitte scharf zu stellen. Bei runden Motiven wie Blüten kann im Bildaufbau keine Spannung entstehen. Wage Anschnitte, nimm zwei anstelle von einer Blüte auf, setze das Element, auf das Du scharf gestellt hast, in den Goldenen Schnitt. Arbeite mit den verschiedenen Formaten: hoch, quer, Quadrat.

 

6. Hintergrund gestalten

Bei geringer Distanz zum Motiv gibt es im Hintergrund nur selten klar erkennbare Objekte, die stören könnten. Alles löst sich in Farbflächen auf. Aber auch hier lauert Gefahr. Achte auf die Helligkeitsverteilung. Hell beleuchtete Bereiche im Hintergrund können ausfressen und den Blick ablenken. Ein neutraler Karton zum Freistellen eines kleinen Motivs passt in jede Fototasche. Bei flächigen Motiven wie Blumenbeeten kann ein Loch in der regelmäßigen Struktur zum Störfaktor werden. Achte auf eine gleichmäßige Verteilung!

 

7. Lichtführung

Auch bei Nahaufnahmen stehst Du vor unterschiedlichen Lichtsituationen. Fotografierst Du das Motiv im Schatten, im Sonnenlicht oder bei künstlicher Beleuchtung? Denke an den Weißabgleich und die Farbstile in der Kamera, die Dir zur Gestaltung zur Verfügung stehen. Achte auf die Helligkeisverteilung (kontrastreiche Beleuchtung) und belichte Dir stets so, dass die hellsten Stellen nicht ausfressen. Durch eine Veränderung des Aufnahmestandorts kannst Du das Licht seitlich, von hinten oder von vorn kommen lassen - mit jeweils unterschiedlicher Bildwirkung. Denke an den Blitz, den Du zum Aufhellen einsetzen kannst, vorausgesetzt, Du bist nicht so nahe am Motiv, dass er darüber hinwegfeuert.

Bildbearbeitung

Auf meinem YouTube Channel Julia May Artwork gibt es Zeitraffer-Videos von meiner Bildbearbeitung. Ich bearbeite meine Fotos mit Photoshop Elements, Photoshop Lightroom & Color Efex Pro.

Meine Fotografie Ausstattung

Für meine Fotos verwende ich diese Fotografie Ausstattung.

eigene fotos verkaufen

Kennst du schon fotograf.de?
Das ist die führende Shop- und Workflow-Plattform für Fotografen im Internet. Dort kannst du im Handumdrehen deinen eigenen Shop einrichten, Bilder verkaufen, dein Portfolio präsentieren.
Sogar mit eigener Website. Und die Qualität der Fotolabore ist großartig.
Probiere es gleich aus!

 

fotograf.de